Wandheizung vergleich zu Heizkörper

Diskussion und Erkenntnisse der thermografischen Vergleichsmessung vom 18.03.2008

Anlass der Vergleichsmessung, Wandheizung – herkömmliche Heizkörperheizung (Konfektionsheizung) war die Annahme, dass durch die aufgewärmte Wand, bedingt durch die vor einem Jahr installierte Wandheizung mittels Warmwasser durchströmter, Kunststoff ummantelter Aluminiumheizungsrohre, mehr Wärme nach außen, trotz 2 cm Schilfdämmung, verlorengeht wie bei einer Außenwand mit vorgesetzten Heizkörpern

Zu beachten ist, dass die Messung nach einem relativ kalten Winter erfolgte, an einer Nordseite orientierten Außenwand, die also über Winter keine wärmenden und von außen trocknenden Sonnenstrahlen abbekam. Die Wand war also durch die Kapillarität der Vollziegel und durch die feuchtkalte Winterwitterung von außen kapillardurchfeuchtet, was mit einer Wärmedurchgangsminderung von 10 % auf die, im Labor gemessenen Wärmedämmrechenwerte berücksichtigt wird. Mit unserer Messung wird nicht der direkte Wärmedurchgang gemessen, sondern es wird davon ausgegangen, dass durch den Vergleich der unterschiedlichen Außenwandtemperaturen auf den unmittelbaren Wärmedurchgang geschlossen werden kann.

Das erste Messergebnis wurde angezweifelt da es nicht die erwarteten Werte ergab, nämlich wesentlich höhere Außenwandtemperaturen bei der Wandheizungswand. Die Wiederholungsmessung ergab aber die gleichen Werte, Wandheizungswand außen kälter als die mit Heizkörpern beheizte Bürowand. Der Schluss daraus, weniger Wärmeverlust bei der Wandheizungswand und dies bei angenehmerem Innenraumklima.

Auf was war dies zurückzuführen? Die Messung bestätigt, dass der Wärmedurchgang in einer Außenwand nicht statisch sondern dynamisch ist, mit verschiedenen Einflussfaktoren wie: Tag- Nachttemperaturschwankungen, Dauer der Sonneneinstrahlung, Außenluftfeuchtigkeit, Wärmespeichervermögen und Diffusionsfähigkeit des Wandbaustoffes und eventuell noch andere Faktoren.

In unserem Falle war es offensichtlich die geringere Wandfeuchtigkeit, die sich durch die, von innen aufgewärmte, diffusionsfähige Wand mit der damit optimalen Wärmedämmung einstellte. Beispiel aus dem Alltag: feuchte Kleidung, egal wie dick, ist im Winter kalt.

Mit dieser Vergleichsmessung ist nachgewiesen, dass die, durch die Wandheizung im Winter trockengehaltene Außenwand wesentlich bessere Wärmedämmwerte zeigt als die diffusionsdurchfeuchtete, heizkörperbeheizte, raumtemperaturwarme Außenwand. Die flächenbeheizte Außenwand schafft durch ihre Strahlungswirkung nicht nur nach innen ein angenehmeres Wohnklima, sondern erhöht durch ihre wandtrocknende Wirkung eine wesentliche Verbesserung des Wärmedurchgangswertes.

Die relativ einfache Vergleichsmessung zeigt auch, dass eine kostengünstige Innenwanddämmung mit einer Lehmwandheizung, der sehr kostenaufwendigeren und oft historische, bewährte Außenfassaden verdeckende, von Bauphysikern stark umstrittene dicke Außendämmung in technischer sowie finanzieller Hinsicht überlegen ist.

Dies haben offensichtlich die Römer schon zu ihrer Zeit bei uns im Odenwald erkannt. Sie führten die heißen Rauchgase durch die ungedämmten, dicken Außenwände um sich gegen die rauhe Winterwitterung zu schützen.

Thermografische Vergleichsmessung

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Thermografische Vergleichsmessung Vorher-Nachher-Effekt

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